Ich schnürte mir meine Brotzeit zusammen, nachdem ich die Tage zuvor mein Bankkonto geplündert hatte.
Das Geld zählte ich mindestens 5x bevor ich es einpackte.
Ich brach an dem Tag recht zeitig auf.
Das Wetter war wechselhaft. Meine Laune war gut, auch wenn ich den Verdacht hatte, dass mir mein Arsch an diesem Abend doch etwas schmerzen würde.
Die ersten 150 km machte ich keine Pause, aber nachdem ich in der Früh wie ein Baby an der Wasserflasche nucklte, musste ich nach einer Weile wie ein Kleinkind zum Pipimachen.
Als ich weit über die Hälfte von der Fahrstrecke zurück gelegt hatte, merkte ich, dass meine Zeitkalkulation total falsch war.
Zu erst machte ich wieder eine längere Pause und spazierte in Reichweite meines Autos hin und her um mir währenddessen die herzhafte Brotzeit einzuverleiben.
Ich weiß nicht wie es für LKW Fahrer ist, aber auf den Rastplätzen kommt bei mir keine richtige Freude auf, denn dort herrscht ein Gefühl als wenn die Autos und speziell die LKWs nur darauf lauerten einen anzuspringen.
Die Atmosphäre hat etwas Beklemmendes.
Hasenfuss?
Nö! Da gehe ich lieber in stockdunkler Nacht durch den Wald oder über einen Friedhof.
Das finde ich es um einiges harmonischer und friedlicher.

Sparkurs:

Jetzt fuhr ich nur noch Minimalgeschwindigkeit.
Benzinsparen ist doch logisch! Die Zeit verstrich trotzdem recht langsam und ich drosselte weiter meine Geschwindigkeit, als ich nur noch 70 km zu dem Dorf hatte.
Als ich von der letzten Autobahn runterfuhr gab es mehrere Kreuzungen und Straßen. Ich steuerte in die falsche Richtung.
Nach ein paar Kilometer hielt ich an und schaute in die Karte, weil mich das rechts und links des Routenplaners (Ausdruck) verwirrt hatte.
Es war nicht viel Zeit dabei verloren gegangen.
Überpünktlich erreichte ich das Dorf.
Es gefiel mir auf anhieb.
Das Dorf war verwinkelt, alt und sah romantisch aus.
Ich telefoniert und bat den Verkäufer den Termin vorzuverlegen, weil ich 1 ½ Stunden zu früh dran war. Ich setzte mich auf eine Bank neben einen Brunnen, der lustig vor sich hin plätscherte.


Warten:

Die Sonne schien und die Anzeichen waren gut, dass es ein erfolgreicher Tag werden könnte.
Ich wartete eine viertel Stunde.
Hin und wieder kam ein Auto vorbei. Dann kam ein Radler. Er sah aus wie ein Handwerker. Der Mann machte einen etwas verwahrlosten Eindruck und kontrollierte sein Fahrrad nur wackelig.
Der Mann sagte etwas zu mir. Ich verstand ihn nicht. Er wiederholte seine undeutlichen Worte.
"Ach ja, das Wetter ist wirklich gut!" ich grinste in seine Richtung
Auf dem wackeligen Fahrrad verabschiedete er sich, wobei er noch winkte.
Nach einer Weile stand ich auf und ging die Gasse hinunter in der der Laptopbesitzer wohnte. Ich klingelte. Keiner machte auf.
Ich sah ein paar Leute und rief ihnen zu:
"Wo ist denn der Herr....?"
"Ach, der kommt heute nicht! Und wenn dann erst gegen Abend."
Hm ... das kann wohl nicht sein ... ich ging in eine Nebengasse und sah mir ein Haus an, das renoviert wurde.
Der Stile wirkte alt und hatte etwas Liebliches. Ich kam mir wirklich wie in einem kleinen Märchendorf vor.
Ich schaute mich weiter nach rechts und links um.
Plötzlich kam ein Mann vorbei. Als er zur Hälfte bei mir vorbei gelaufen war rief er:
"Laptop!"
"Ja!" rief ich laut zurück
"Sie können mitkommen."

 

 

 

Teil 3