In regelmäßigen Abständen trafen sie sich auf Veranstaltungen und Feiern oder auch nur in ruhiger Atmosphäre um die traute Zweisamkeit zu genießen. Die anfängliche Verliebtheit von Arona in Zenteru wich einer starken Freundschaft. Der Grund war nicht weil er jetzt weniger attraktiv als vorher war, sonder weil die zahlreichen Gespräche ihren Intellekt und ihre Person als Lehrerin ansprachen. Sie diskutierten reichlich und viel und dabei entstand eine Art Seelenverwandtschaft. Arona fühlte sich sehr stark hingezogen zu ihm und genoss jedes Gespräch. Sie redeten so viel, dass sie dabei ihre Leidenschaft vergaßen. Die Attraktivität bestand aus den schönen Gedanken des anderen, obwohl die äußerliche Erscheinung beider nicht minder interessant war.

Alle zwei Jahre veranstaltete die Stadt ein Willkommens- und Begegnungsfest. Viele alteingesessene und neue Bewohner trafen sich vor der Stadt um die Landschaft zu verschönern und gemeinschaftliche Hütten zu sanieren oder neu zu bauen. Die Bauten waren sehr einfach gehalten, wie in einer Art Schrebergartensiedlung.
Die Benutzung der Fläche und der Bauten stand der Öffentlichkeit frei zur Verfügung.
"Ich werde bei ner Hütte mitbauen. Pflanzen gibt's hier schon genug."
"Ja, pflanzen kann ich Zuhause auch, allerdings werd ich mich wohl auf das Überwachen und Zuschauen beschränken. Ich hab eine Holzallergie." Sie grinste ihn an
"Ja, setz dich nur hin und schau dem Treiben zu. Decke ausbreiten und Brotzeit machen."
"Ach ich hab gar nichts mitgenommen."
"Warum mitnehmen? Du musst nur zu dem großen Container gehen, da wirst du versorgt und ausgestattet. Warst du noch nie dabei?"
"Ne, hab ich dir doch gestern gesagt."
"Tja, dann wird es Zeit!"
"Ist es eigentlich doof wenn ich mir was zu Essen hole und mich hier auf die grüne Wiese lege und alle anderen arbeiten?"
"Das ist doch eine freiwillige Veranstaltung. Außerdem ist das Kennenlernen im Vordergrund. Keiner ist dir böse wenn du dir einen schönen Tag hier im Freien machst. Es arbeitet einfach jeder der Lust hat und die anderen genießen die Gemeinschaft. "
"Okay, dann hol ich mal was zum Essen, Trinken und ne Decke."
Zenteru begann mit vier anderen Männern den Boden zu ebnen für eine neue Hütte und Arona ging zu dem Container.
Als sie zurück kam hatten die Männer die einzelnen Ecken eingemessen und die Außenpfosten aufgestellt an denen sie die Querbalken befestigen konnten. Die Konstruktion war nicht weiter schwierig und jeder fand sich nach einer kurzen Einweisung zurecht.
Arona breitete in ein paar Metern Entfernung die Decke auf der grünen Wiese aus. Jetzt konnte sie den Männern aus nächster Nähe beim Arbeiten zusehen und vom Picknick naschen. Ab und an kamen die Männer vorbei um was zu trinken oder zu essen. Es war eine sehr angenehme Atmosphäre.
Arona atmete tief ein und blickte in den Himmel.
Die Sonne stieg höher und mit der Zeit wurde es immer wärmer.
"He, schläfst du?"
Arona zuckte etwas zusammen, weil sie eingedöst war und blinzelte. Vor ihr stand Zenteru der sein T-Shirt ausgezogen hatte. Kleine Scheißperlen liefen ihm über den muskulösen Oberkörper. Sie starrte ihn an. Erst in die Augen und dann schweiften ihre Blicke über seinen Oberkörper. Fasziniert zeichnete sie mit ihren Augen seine Konturen nach.

 

 


mrs. nowhere Teil 7