Es war einmal eine Frau, eine schöne Frau. Ihr Liebreiz
war allerorts gern gesehen und besonders ihre Kinder mochten sie gut leiden.
Nein, nicht dass sie jetzt viele Kinder hatte, sonder tagsüber hütete
sie Kinder. Es waren Kinder von Eltern aus der Mittelschicht und Kinder von
Eltern denen es nicht so gut ging. Die Frau namens Arona brachte den Kindern
allerlei Sachen bei. Rechnen, Schreiben, aber auch sportliche Ertüchtigung
stand auf dem Stundenplan. Den Kindern die kein Essen oder kein Geld hatten,
um sich etwas in den Pausen zu kaufen, steckte sie immer irgendetwas zu. Eines
Tags, sie packte Zuhause mal wieder einen großen Korb für die mittellosen
Kinder, sagte ihr damaliger Freund:
"Arona, du bist die Lehrerin nicht die Köchin oder die Sozialarbeiterin.
Schau, dass sich die Schule darum kümmert. Es ist nicht deine Aufgabe,
dass die Kinder gesättigt aus den Pausen kommen."
Arona nickte nur und nahm ein letztes Mal den großen Korb mit zu ihren
Kindern, deren Augen immer so glücklich funkelten, wenn sie Marmeladenbrote
und frische Früchte bekamen. Arona informierte alle Eltern und bat um
eine regelmäßige Spende, dass alle Kinder in der Gruppe versorgt
werden konnten. Das Geld reichte aus, alle Kinder mit dem Nötigsten zu
versorgen und andere Klassen begannen diesen gemeinschaftlichen Gedanken zu
übernehmen. Somit wussten die Eltern jetzt, dass ihr Kind gut erzogen
wird und vernünftig zu essen bekommt.
Arona hatte eine gute Freundin mit der sie sich öfters zum Teetrinken
verabredete.
Das Lokal wo sie einkehrten war eine kleine Teestube, die an einem rauschenden
Fluss lag. Meistens setzten sie sich in eine hintere Ecke, um durch die Bäume
über das glitzernde Wasser zu den Giebeln der Häuser auf der anderen
Flussseite zu schauen. Die Sitzbezüge aus altem Leder knarzten bei jeder
Bewegung und der Tisch, mit vielen Kerben übersät, war nicht viel
jünger an Jahren. Wenn draußen die Wärme gegen die Scheiben
drückte und die Luft im Inneren etwas stickig wurde, standen meistens
die kleinen Fenster aus der oberen Reihe offen. Dann roch es nach Wasser und
Grün vermischt mit dem Duft von Tees und leckeren Mehlspeisen die serviert
wurden.
Ihr Name war Tyrina. Sie arbeitete bei einer Art Schulbehörde die darauf
achtete, dass den Kindern genug interessantes Wissen vermittelt wurde.
Draußen war es etwas frisch und leichter Nebel lag über dem Fluss
als Tyrina zu Arona sagte während sie an ihrem Tee nippte:
"Ich brauch eine Lehrerin für eine Chinklasse. Würdest du das
mal machen wollen?"
"Sind das nicht die Kinder von den Reichen?" antwortete Arona etwas
distanziert.
"Ja schon, aber diese Kinder wollen auch was lernen. Du bist eine gute
Lehrerin, kannst du da nicht bitte mal einspringen?"
Tyrina hatte einen sanften aber doch bestimmten Ausdruck als sie zu ihrer
Freundin sah.
"Ich weiß nicht, ich glaub die Kinder sind mir zu verzogen."