"Habe ich dir schon von meiner Geschichte berichtet?"
"Das Haus, das verbrannte?"
"Nein, das Mädchen!"
"Ist sie verbrannt?"
Er setzte den Blinker und bog von der Landstraße ab. Das Fenster war
einen Spalt offen und lauwarmer Wind flatterte in dem Wagen erst durch seine
Haare dann durch ihre.
"Nein, aber sie ist krank."
"Krank? Was hat sie denn?"
"Hm ... ich weiß es selber nicht so genau. Sie hat eine einseitige
Lähmung und macht auch sonst keinen guten Eindruck. Ich meine den gesundheitlichen
Eindruck."
Die Sonne fiel blendend zur Fensterscheibe hinein.
"Hast du eine Sonnenbrille?"
"Brauchst du eine?"
Johanna sah ihn an und streichelte ihm sanft über seine Wange.
"Nein für dich, oder stört sie dich nicht beim Fahren?"
"Ist mir gar nicht aufgefallen bis jetzt." Sebastian drehte seinen
Kopf und lächelte sie an.
"Hast du eine?"
"Ja, schau doch mal ins Handschuhfach!"
Die Frau die ein dünnes weißes Stoffkleid, mit bunten Blumen darauf,
trug, begann in dem Fach zu suchen.
"Hey, da ist ja ein Lippenstift drin!"
Johanna holte ihn heraus, kuckte ihn an und blicke dann zu dem Fahrer rüber.
"Was ist das?" Sie schwenkte den Lippenstift vor seinem Gesicht
hin und her.
"Das ist keine Sonnenbrille!"
"Wie klug du bist Bastel!"
"Danke, das war mir gar nicht so bewusst!" Er lächelte sie
an.
"Ist das dein Lackstift! Ist der etwas grün metallic!"
Die Frau öffnete den Lippenstift und schaute zu Sebastian.
"Du siehst heute etwas blass im Gesicht aus! Geht es dir auch gut?"
Ihre Augen funkelten zweideutig
"Danke der Nachfrage mir geht es gut!"
"Ach, ich ... mache ..."
Sie öffnete den Stift und zog ihm einen dicken Strich von der Stirn bis
zum Kinn.
Verblüfft sah er Johanna einen Moment an, dann klappte er die Sonnenblende
herunter.
"Sag wo her ist der!"
"Von mir nicht!"
"Ach nein?"
Sebastian spürte ihren Atme jetzt ganz dicht bei seinem Hals.