Der Fremde spuckte aus und sah den Bauern mit böse funkelnden Augen an.
"Bauer, dafür wirst du zahlen und das mit deinem Leben."
"Scher dich zum Teufel, du Hund!"
Der Bauer nahm einen trockenen Lehmbrocken und warf diesen hinter dem Wanderer her, der fluchen vom Hof hinkte.
Die Sonne hatte sich zum Spätnachmittag geneigt und es war nicht mehr ganz so heiß. Der Bauer mit dem Namen Isfried war im Stall um sein Vieh zu füttern und Vrederun seine Magd half ihm dabei, als sie aus der Ferne Lärm hörten. Es klang nach Stampfen, Keifen, Grölen oder Singen. Ein Klang den nur ein wilder Mob machen konnte. Wachsam lauschte der Bauer noch eine Weile, dann wendete er sich zu Vrederun.
"Schnell, geh und versteckt dich. Das ist kein gutes Zeichen. Der Lump von vorhin war nur der Späher. Jetzt kommt die Höllenbrut."
Voller Sorge blickte ihn die Magd mit ihren großen, rehbraunen Augen an und nickte dann. Sie rannte zu einer abseits gelegenen Scheune in der das Heu gelagert wurde und vergrub sich darin.
Der Lärm wurde immer lauter. Der Bauer hatte sich eine Sense gegriffen und legte sich in einem Gebüsch nahe des Weges auf die Lauer.
Jetzt sah er wie etliche Mann mit schnellen Schritten auf seinen Hof zuliefen. Sie grölten, wirbelten Staub von dem Weg auf und einer Trug eine zerfetzte Fahne. Leise war aus dem Lärm ein Trommelschlagen zu vernehmen, das zwecklos versuchte, die wilde Schar zu bändigen.
Nun standen die etwa dreißig Mann auf dem Hof und der Bauer lag bewaffnet in dem Gebüsch und harrte der Dinge.
Ein Mann in einer ledernen Kleidung hob die Hand, zum Zeichen, dass alle ruhig sein sollen.
Auf der Stelle war es ruhig.
"Bauer, wo bist du? Wir haben Hunger!"
Einen Moment hielt die Stimme inne.
"Bauer, du hast einen meiner Männer bedroht und beleidigt. Komm her und bitte um Vergebung!"
"Jawohl!" die ganze Meute begann zu heulen und Lärm zu machen.



Teil 11