Der Mann mit dem prächtigen Gewand winkte sie zu sich.
"Wer bist du und was willst du?"
Ein paar Männer an der Tafel drehten ihre Köpfe zu Maria und die anderen lachten und grölten weiter.
"Ich hab was für sie"
Maria trat neben den wohl gekleideten Herrn.
Er griff ihr in das offene Haar und zog sie zu sich. Sein Gesicht war ihrem jetzt ganz nah.
"Sieh einer an, was für ein hübsches Gesicht!"
Maria spürte seinen Atem, der nach gebratenem Huhn roch. Sie bekam Hunger und ihr Mund wurde feucht. Sie konnte sich gar nicht mehr erinnern, wann sie das letzte Mal Huhn gegessen hatte.
"Hier, das hab ich für sie!"
Maria zog ihren Kopf zurück wobei die Hand des Mannes aus ihren Haaren glitt.
Der Mann musterte die Taschen, die ihm sichtlich gefielen.
"Wunderbar! Lass uns darauf trinken!"
Er legte die Taschen beiseite und griff sich seinen Becher. Mit der anderen Hand griff er nach der Frau, die er am Arm zog. Maria schwankte und kam auf seinem Stuhl zu sitzen.
"Meine lieben Freunde, lasst uns auf die schöne Handwerkskunst trinken und verflucht sind die Hunde die uns meucheln wollen!"
"Ja wohl!"
Sie reckten ihre Becher in die Höhe und der Kreis aus Gefäßen schimmerte wie eine Perlenkette.
Der Mann trank aus seinem Becher. Er wandte seinen Kopf zu Maria, die halb auf seinem Schenkel saß.
"Hier trink auch!" er presste ihr den Becher an die Lippen.
Maria wich zurück, Wein schwappte heraus und tropfte auf ihr Kleid.
"Dann iss was! Siehst ziemlich mager aus."
Er griff ihr an die Taille und drückte ihr dann ein Stück Fleisch an die Lippen.
"Nein, ich muss gehen!"
Sie drehte den Kopf beiseite und stand auf.
"Ich will das Geld für die Taschen."
"Warum bist du so bockig? Komm her zu mir!"
"Ich will das Geld oder ich nehme die Taschen wieder mit!"
Maria sah den Mann mit ernster Miene an.
"Na gut!"
Er nahm eine große Glocke und läutete.
Nach kurzer Zeit kam ein Diener von dem sie dann das Geld bekam.

Teil 6