"Was gibt es da zu lachen!" rief der Mann mit barscher
Stimme.
"Ach nichts, ich habe Dila nur erzählt, dass ich heute Früh
in der Dunkelheit mit der Kuh zusammen gestoßen bin. Ich konnte mich
gerade noch am Schwanz festhalten, sonst wäre ich in den Dreck gefallen."
Maria zwinkerte Dila zu.
"Ich sag's doch! Ihr hab nicht nur den gleichen Namen!" antwortete
er.
Geräuschvoll leerte der Mann den Teller und dann den Suppentopf. Mit
flacher Hand schlug er auf den hölzernen Tisch.
"Wo ist mein Wein?" fragte er mit grober Stimme
"Es ist keiner mehr da."
"Was?" Der Mann sprang fluchend auf und zerrte die jüngere
Frau vom Stuhl und holte mit der Hand aus.
Maria war schnell zur Stelle und griff dem Mann in den Arm, der doppelt so
breit und einen Kopf größer war.
"Herr, bitte nicht. Ich hätte heute gerne einen Wein gekauft, aber
wir haben kein Geld."
Der Mann drehte sich schnell um und funkelte böse mit den Augen.
"Was, geb ich dir zu wenig Geld?"
"Zu wenig ..." Maria kicherte etwas, was ihr die verängstigten
Blicke von Diliana einbrachte.
Vor ihr türmte sich die massige Gestalt des Mannes auf.
"Überhaupt keins!" sagte sie mit lauter Stimme.
Es war einen Augenblick lang ganz still.
Mit einem Krachen flog die Türe zum Hof auf.
"Ach ... dann werde ich mir Geld besorgen! Komm mit!" Der Mann ging
aus der Stube. Sie gingen in die Werkstatt und dann zeigte er auf drei Ledertaschen.
"Nimm diese und bring sie zu Fürnis! Handle so viel Geld wie möglich
raus und dann bringst du mir eine Flasche Wein mit!"
Maria stand in der Werkstatt, in der die unterschiedlichsten Ledersorten an
der Wand hingen. Auf einem Tisch lag eine unfertige Satteltasche. Sie streichelte
über das Material und das schöne Muster. Insgeheim wünschte
sie sich, auch einmal so eine Tasche besitzen zu können.