Laura fühlte wieder an dem Arm.
"Er wird schon durchkommen." antwortete Marie.
"Hey, hörst du uns noch."
Laura schüttelte die knochige Schulter des Jungen.
"Er hat doch noch ´n schwachen Puls."
Mark prüfte jetzt mit seinem Ohr die Atmung.
Marie lehnte am Auto und sah gebannt zu, weil es ihr die hektische Freundin
nicht ermöglichte auch zu helfen. Die Atmung setzte aus, wie es Mark
bestätigte. Der Autofahrer tauchte nicht auf.
"Mark du rennst zur Apotheke. Marie, du rufst einen Krankenwagen an."
befahl Laura , die mit dem Kranken immer blässer wurde.
In einem geräumigen, lichten Zimmer, in dem das Fenster geöffnet
war, unterhielten sich eine Frau und ein Mann. Der dicke Mann mit den buschigen
Augenbraun lehnte, mit den Armen hinter dem Kopf verschränkt, in seinem
Sessel. Graue Haarsträhnen wiegten sich ,vor dem diszipliniertem Frauengesicht,
im leichten Zug. Sie hatte die Figur und die Haltung einer Ballerina. Auf
dem schwarzen Schreibtisch stapelten sich wohlgeordnet die Dokumente. Er spielte
mit einem Stift. Sie hatte die Hände hinter ihrem Rücken verschränkt.
"Wenn ich nur mehr Zeit hätte. Muss es denn unbedingt schon nächste
Woche sein?"
"Ich habe das andere Stück gestrichen. Jetzt muss ein Neues her."
Der Mann zog die Brauen hoch.
"Wir sind aber noch lange nicht dort, wo ich gerne sein wollte. Eine
Aufführung wäre jetzt zu früh."
"Soll ich Sommerpause machen? Eigentlich wäre es egal. Besucher
hatten wir sowieso viel zu wenig."
"Nein. Lassen sie doch das Stück noch eine Woche laufen."
"Es will keiner sehen! Der König in seinem Waldschloss. Was ist
das schon für ein Titel. Ich hätte mich nie bereden lassen sollen.
Der König gehört hinter Schloss und Riegel und weg von unserer Bühne."