Der Jugendliche lag am Boden und krümmte sich. Die anderen Autos brausten weiter, als hätte nur jemand eine Autopanne. Die Hand des Jugendlichen, die in der Jacke steckte zuckte. Der Fuß des muskulösen Fahrers trat zu. Der Junge jaulte auf. Laura schrie. Der Fahrer sah zu Laura , die auf ihn zu rannte. Der am Boden liegende röchelte und riss seine Hand aus der Jacke. Der Fahrer trat erneut zu. Der metallene Gegenstand flog davon. Ein Auto fuhr darüber. Der Jugendliche lief blau im Gesicht an. Die kleine Dose zischte noch.
"Ich bekomm keine Luft mehr."
Der Junge wand sich wie ein Aal.
"Der Junge ist krank!"
Laura bückte sich.
"Was hast du?" fragte sie.
"Mein Spray, mein Spray! Wo ist mein Spray."
"Er braucht einen Arzt."
Erschrocken betrachtete der Mann mittleren Alters, das gekrümmte Bündel auf der Straße.
"Er braucht seinen Spray, du Kraftmeier!"
Laura durchsuchte die Jacke des Jungen nach einem weiteren Spray .
Sie fand keines.
"Spray." röchelte der Junge.
"Hol die Dose und renn in die Apotheke, oder willst du, dass er wegen dir stirbt."
"Was soll ich dort?" der Fahrer wurde nervös.
"Einen Spray holen du Superhirn oder willst du zwei Kilometer bis zum Krankenhaus fahren."
Laura schubste den Mann in Richtung Fahrbahnmitte, wo die Dose lag.
Die Ampel war jetzt rot. Der Mann schlängelte sich durch die Autos, ergriff die kleine zerquetschte Dose und hetzte zu der Apotheke auf der anderen Straßenseite.
Laura hielt die kalte Hand, des immer bläulicher anlaufenden Jugendlichen. Sie meinte keinen Puls mehr zu spüren. Sie schrie nach Marie und Mark.
Mark kniete sich neben Laura hin. Gemeinsam zogen sie dem Jugendlichen die Jacke vorsichtig aus und schoben diese unter seinen Kopf.
"Ich glaub er hat keinen Puls mehr.







Teil 20