Die Straßen, der Großstadt waren halb gefüllt.
Es war zu warm, um einkaufen zu gehen. Die drei schlenderten über den
heißen Asphalt. Laura zog ihre Schuhe wieder an, denn selbst ihr war
die Straße zu heiß. Die Autos schlichen, mal schneller, mal langsamer,
im Sonnenlicht blitzend dahin. Die Luft drückte und jede Windböe
war eine Befreiung von Hitze und Gestank. Menschen saßen im Schatten
von Schirmen und Markisen, die wie bunte Flügel den darunter schnatternden
Kücken Schutz boten. Alte Gebäude, die verschnörkelt wie alte
Bäume zwischen den jungen wuchsen, prahlten kränklich mit verblichenen,
vergilbten und beschmutzten Fassaden. Das schlichte Grau in Grau der neueren
Bauten wurde von Werbeschildern und Plakaten durchpflügt, die in ihrer
Einfachheit aus einem Malbuch stammen konnten. Es wirkte alles naiv und verspielt,
als wäre man erst auf dem Weg zur Volljährigkeit. Eine Kirchturmuhr
schlug zweimal ganz in der Nähe. Sie gingen an der Kirche, mit den zwei
großen Statuen, die rechts und links, der massiven Tür, einladen
die Hände ausbreiteten, vorbei. Laura hatte sich bei Marie eingehakt,
um zusammen in Schaufenster zu spähen.
"Ich muss mich setzen."
Mark blieb an einer Bank, die im Schatten eines Baumes lockte, stehen.
"Noch ein kleines Stück. An der nächsten Kreuzung links ist
der Laden, in dem ich das Kleid gesehen habe."
"Ihr könnt weiter gehen. Ich bleib hier."
Mark setzte sich.
"Komm schon. Ich möchte, dass du das Kleid siehst, bevor ich es
kaufe." sagte Laura bittend.
"Okay."
Mark schnaufte tief ein.
Die zwei Frauen nahmen den ermüdeten Mann eng in ihre Mitte.
"Du hast ein weiches Hemd."
Marie strich über den blauen Hemdsärmel von Mark.
"Ja."
Er fühlte ihre Finger, die seine Manschette aufknöpfen.
"Soll ich dir deinen Ärmel hoch rollen?"