"Die Zimmertüren waren alle gleich, blau mit einer
goldenen Zahl darauf. Sie sperrte eilig auf, weil sie trotz ihres langen Aufenthaltes,
die Zimmer im ersten Stock nicht alle kannte. Es waren Zimmer für Wohlhabende.
Das Bad , das Bett, die Schränke waren größer.
"Wau!" Laura sprang zu der Balkontüre.
"Ein großer Balkon für mich ganz alleine!"
"Ich denke, dass die Zeit jetzt reif ist, dass du endlich ein größeres
Zimmer bekommst."
"Dankeschön." Laura hüpfte auf das frisch bezogene Bett
und breitete sich genießerisch darauf aus.
Der Mann setzte sich neben sie.
"Es gefällt dir?"
"Gefallen! Es ist ein Traum."
Laura küsse Timotheos übermütig im ganzen Gesicht, der es genoss.
"Glaubst du, dass wir gut schlafen in dem Bett?"
"Es liegt an dir."
Mark hatte seinen Kopf auf die Hände gestützt. Er sann über
sein Leben nach und blickte traurig in dem Speisesaal umher, der ihm vertraut
war, wie das kleine Haus, in dem er bei seiner Mutter aufwuchs.
"Alles vergeht. Nichts werde ich mehr haben. Warum, ich könnte doch
hier bleiben, bei Laura . Laura! Wenn sie ein wenig ruhiger wär, dann
... Ich möchte nur wissen warum! Keiner will es und trotzdem muss es
geschehen. Wenn ich mich weigere. Hab ich denn eine Chance. Laura werde ich
vermissen. Ob sie mich auch vermisst? Lieben tut sie mich. Sie sagt es immer.
Mit ihr ist es schön. Wenn ich doch immer bei ihr bleiben könnte.
Sie macht mich wirklich glücklich. Wie schön wäre es, von ihr
Kinder geschenkt zu bekommen. So kleine laute Schreier, damit ich Laura s
Geschrei nicht immer hören muss. Vielleicht wird sie dann reifer. Reif?
Nein. Sie ist mehr als reif. Wie ein voller Apfelbaum, der mit seinen Reizen
um sich wirft. Prall. Voller Reizen so ist Laura ."
Mark seufzte.
"Mach ich denn Laura glücklich? Ich bin in letzter Zeit nicht der
... Ach, früher war ich auch nicht anders! Wenn ich nur genügend
Geld hätte, dann könnte ich ... Ich bin zu arm. Sie muss mich aushalten.
Sie duldet mich nur. Liebt sie mich wirklich?"
"He, Pflaume, was sinnst du schon wieder!"
Laura klopfte ihrem Freund auf die Schulter.
Er fuhr zusammen und starrte sie entgeistert an.
"Hab ich dich geweckt mein Träumer! Wir gehen in die Stadt, kommst
du mit?" sagte sie fordernd.
Maria lächelte Mark an, der jetzt etwas verlegen nickte, weil Laura mit
ihm auch vor anderen so ungestüm umging.