Ungeduldig wartete ein älterer Herr an der Rezeption eines kleineren Hotels. Seine Kleidung sollte ihn nach mehr aussehen lassen. Die jugendliche Krawatte passte nicht zu dem spärlichen Haar. Die Hand mit der Goldkette klopfte unruhig neben der Klingel, wie ein Pferd, das vor einen Wagen gespannt, mit den Hufen in den Boden stampfend, auf die Abfahrt wartete.
Nichts. Der Herr klingelte wieder, wobei er seine Wut noch nicht durch die aufeinander gepressten Lippen ließ.
"Sie wünschen?"
Ein Mann im gleichen Alter mit schlichter grauer Kleidung tauchte hinter der Rezeption auf.
"Mein Geld ist weg!"
"Wie bedauerlich."
Anteil nehmend runzelte das alte freundliche Gesicht seine Stirn.
"Wann ist das passiert?"
"Hier! Gerade eben!" schnaubte der Ungeduldige.
"Und wo?"
"Wo, wann, wie! Soll ich ihnen noch verraten, wer in meinem Bett schläft!" rief er außer sich.
"Entschuldigen sie, ich möchte sie nicht hinhalten, aber die Fragen sind nötig, Sie könnten auch gar kein Geld besessen haben und wollen sich es nur schnell verdienen."
Der Mann mit den spärlichen Haaren wurde rot im Gesicht.
"Ich möchte sofort den Besitzer dieses Hotels sprechen. Denn mir scheint, der Hotelname ist nur ein Scherz." brodelte es aus dem Mann, wie aus einem Seitenkrater eines Vulkans, der den bevorstehenden Ausbruch ankündigte.
"Nein, gewiss nicht!" erwiderte der andere ruhig.
"Was soll das heißen!" Der Kopf schien sich wie ein Ballon aufzublähen.
"Der Name, der Ehrenhafte, ist kein Scherz."
"Egal! Ich will mein Geld und den Chef jetzt sofort! Sonst werde ich dafür sorgen, dass sie die längste Zeit ihres Lebens Dienstbote waren."
"Nur zu, der Chef steht direkt vor ihnen." antwortete der Mann in seinem schlichten Tonfall.
Etwas peinlich berührt, kratzte sich der Gast verlegen am Hals und seine Stimme klang jetzt ein wenig freundlicher.
"So. Sei's drum. Mein Geld ist weg."
"Wie viel?"
"Mehr als genug um meine Rechnungen zu zahlen."
"Wo ist es passiert?"
"Da drüben an einem Tisch. Ich muss es liegengelassen haben. Nachdem ich von der Toilette kam, war mein Geldbeutel weg!"
"Bei uns ist noch nie etwas verschwunden!"
Die Männer gingen zu dem Tisch.


 

Teil 11