Sie sprang auf und rannte lachend zum Wald.
"Warte nur, bis ich dich erwische!"
Er setzte ihr geschwind im Zickzack, wie ein Hase nach. Sie sprang hinter den ersten Baum.
"Bäh, fang mich doch!"
Sie drehte ihm eine Nase und hüpfte um die Bäume, dass er Probleme hatte ihr zu folgen. Schnaufend stützte er sich an einen Baum.
"Pflaume, Pflaume, mit immer schlechter Laune." neckte Laura.
Mark versteckte sich hinter den Bäumen. Die fröhliche Frau wand sich suchend nach ihm um, aber konnte ihn nirgends sehen. Sie hopste weiter, vorsichtig wie ein Tier.
"Du willst mich jagen! Dann fang mich doch!" trällerte sie
"Brauch ich nicht!"
Vor ihr stand plötzlich ein Riese von Mann; breitschultrig, groß, ungepflegt. Er hatte ein hämisches Grinsen in seinem breiten Gesicht. Der Pullover des Mannes war dreckig und durchlöchert. In seiner rechten Pranke hielt er eine Axt. Die Hose war mit Flicken übersät und dem Geruch nach noch älter als der Überzieher. Die kleinen blauen Augen blitzten wirr. Er schob den breiten Mund hin und her, wie ein ausgehungerter Mann, der vor einem Essen stand, auf das er sich gleich gierig stürzen wollte. Der Riese trat näher und versperrte ihr den Weg.
Ängstlich blickte die schöne Frau um sich. Wo war den nur Mark! Sie rieb sich die Handflächen und suchte nach den passenden Worten.
"Schönes Kind!"
"Jjjj....a."
Ihre Kehle war wie zugeschnürt. Sie versuchte zu lächeln.
"Oh, es lacht das schöne Kind!" rief der Riese erstaunt.
"Dann gefalle ich dir!" polterte die tiefe Stimme.
Ihre Hände wurden kalt und sie zitterte. Sie hatte Angst. Sie wollte nach Mark schreien, doch sie konnte nicht. Die Axt fuhr krachend in einen Baum, der dicht neben Laura stand. Jetzt hatte das Ungetüm beide Pranken frei, die es nach der zarten Frau ausstreckte.
"Du magst mich!"


 

Teil 8