Auf dem steinernen Flur tapsten ihre Füße in Richtung
Badezimmer. Die Dusche plätscherte. Dampf schlug ihr entgegen, als sie
die Türe leise öffnete. Vorsichtig schob Laura den Duschvorhang
ein Stück zur Seite und sah Mark unter dem Wasserstrahl, mit geschlossenen
Augen, hocken. Ganz sachte drehte sie am Wasserhahn. Wenig später krümmte
sich Mark zur Seite und prustete:
"Zum Teufel mit dem Wasserboiler!"
Er sprang aus der Wanne und sah sie mit vorgehaltener Hand in den Morgenmantel
kichern.
"Du willst duschen!"
Er packte sie fest von hinten.
"Nein, bitte nicht." kreischte sie wie ein Kind, das nicht baden
wollte.
"Du duscht heute mit Mantel! Und kalt! Das ist besser für deine
Haut."
Er hielt sie direkt unter den Strahl, weshalb sie noch lauter kreischte. Eine
Weile verging so. Seine Hände waren ganz kalt. Er ließ sie los
und setzte sich tropfend auf einen Stuhl.
Sie drehte wieder an dem Wasserhahn und stellte eine angenehmere Wassertemperatur
ein.
"Willst du mit mir duschen?" zwitscherte sie fröhlich, wie
ein heimgekehrter Zugvogel.
"Nein."
"Dann sei doch bitte so nett und halte meinen Morgenmantel."
Laura warf den nassen Morgenmantel über den sitzenden Mark.
" Danke Mark! Lieb von dir!"
Er machte nichts, gleich einem Einsiedler in einer Höhle, der vom vielen
Sinnen die Welt um sich vergaß. Dann stand er jedoch auf und rang den
Mantel im Waschbecken aus. Laura summte fröhlich plätschernd vor
sich hin und folgte dabei jeder Bewegung, die Mark tat, durch einen Spalt
am Duschvorhang.
Er legte den Mantel über den Stuhl und wollte gehen.
"Hier geblieben! Und wer trocknet mich ab?" sagte sie befehlend,
während sie den Wasserhahn zudrehte.
Er reichte ihr ein Handtuch.
"Abtrocknen!" befahl sie.