Er stand am Fenster und starrte in die Dunkelheit. Der Vorhang
tanzte mit der kühlen Brise, die zum Fenster herein kam. Er spürte
den kalt Steinboden nicht.
"Komm schon endlich." sagte sie bitten.
."Mir ist nicht nach Wärme!" erwiderte er.
"Deine Füße sind bestimmt schon ganz kalt."
"Mein Herz ist noch kälter." Er drehte sich um.
Sein weißes Hemd war offen und leuchtete gespenstisch bei dem wenigen
Licht, das durch eine Türritze hereinfiel. Sie richtete sich im Bett
auf. Ihre langen Haare umhüllten ihren bloßen Oberkörper.
Sie zog sanft an seinem Arm. Er ließ es geschehen und legte sich wieder
ins Bett.
"Weißt du was ich mir von dir wünsche, wenn wir uns wieder
sehen?" Sie legte sich auf seine Brust und fuhr ihm mit ihrem Zeigefinger
über die Lippen.
"Ist mir egal." Er küsste ihre Fingerspitze.
"Wir werden uns nicht wieder sehen!"
"Warum? Liebst du mich nicht?" Sie näherte ihre Lippen den
seinen.
Er drehte sie schnell um, damit er jetzt auf ihr war.
"Hör mir mal zu" seine Augen glänzten.
"Wein doch nicht! Ich bin die Frau und du der Mann." flüsterte
sie, während sie durch seine Haare strich.
"Wäre mir lieber, wenn ich ein toter Mann wär!" antwortete
er mit bewegter Stimme.
Die Bettlaken hingen am Fußende herab. Er lag an die Decke starrend
regungslos da. Sie schlummerte sanft, wie ein Baby an seine Brust gekuschelt.
Er lauschte ihrem Atem, wie dieser kam und ging.
Er fühlte ihre warme Haut, die lebendiger und duftender als jede noch
so weite Wiese war.
Seine Finger streichelten sanft ihre Wange.
Durch das Fenster kamen die ersten warmen Sonnenstrahlen, die ihn auch nicht
aufmuntern konnten, obwohl er es liebte stundenlang in der Sonne zu faulenzen,
oder ihr beim Zeichnen zuzusehen.
Sie malte hauptsächlich ihn, nackt oder angezogen, wie sie gerade lustig
war. Manchmal den See oder den Wald.