Er klopfte wieder und diesmal erhielt er eine Antwort.
"Herein!"
Die Frau am Fenster starrte wieder zur Decke. Im anderen Bett lag nun auch eine Frau. Sie war nicht alt und auch nicht mehr jung, aber machte einen gepflegten Eindruck.
"Grüße sie. Ihre Blumen sehen schön aus, deshalb werde ich sie mir ausleihen!"
"Meine Blumen! Wieso?"
"Hey! Etwas freundlicher" flüsterte seine Freundin und stieß ihm in die Seite.
"Weil das meine Blumen sind. Besser gesagt Blumen für meine Mutter. Ich hätte gedacht, dass es ihr Bett ist."
Er nahm die Blumen aus der Vase und tropfte auf das Nachttischchen.
"Hey! Du Neandertaler!" zischte Christiane
"Entschuldigen sie, aber sie können ja die alten Blumen behalten, die machen noch einen ähnlich netten Eindruck wie die frischen. Ich wünsche noch eine gute Besserung."
André drehte sich mit den tropfenden Blumen um, nahm Christiane bei der Hand und verschwand.
"Du Rüpel. Wie kannst du nur der süßen Frau so etwas antun? Ich fand sie total lieb und du bist so grob zu ihr." sagte seine Freundin vorwurfsvoll zu ihm als sie in das andere Gebäude gingen
"Ach Schnickschnack! Du kennst meine Mutter nicht wenn sie ärgerlich ist." antwortete André trocken

"Hallo Frau Nehring!"
Christiane reichte der Mutter von André die Hand.
"Hallo ihr zwei!" antwortete eine Frau die sichtlich strahlte und in keiner Weise böse wirkte.
"Komm her Jungchen lass dich drücken!"
"Hier Mom. Hab grad ein paar Blumen geklaut."
Er streckte seiner Mutter die Blumen hin.
"Wie?" Seine Mutter sah ihn erstaunt an, aber sie wusste wie sie das zu verstehen hatte.
Die zwei blieben eine ganze Weile und erhielten am Schluss als sie sich von einer glücklichen Frau verabschiedeten den Auftrag, die Blumen weiter zu verschenken, an die Frau die sie schon einmal besessen hatte.


Teil 13